Projektbeschreibung

Im tinahaus der Hoffnung werden derzeit 10 körperbehinderte Kinder, 6 blinde Kinder und 4 gehörlose Kinder im Alter von 4 bis 17 Jahren betreut.

Die Vorsitzende der Kinderhilfe Senegal e.V., Ingeborg Hanowski, traf sich im August mit der Reporterin Sabine Klink der Zeitschrift tina und der Fotografin Bettina Theisinger, um zu besprechen, ob man durch eine Reportage für die behinderten Kinder in Baila und Umgebung etwas tun könne. So entstand der Plan, ein Haus für ca. 15 Kinder aus den umliegenden Dörfern von Baila zu bauen, in dem die Kinder versorgt, beschult und gefördert werden können. Das Haus soll auf dem Grundstück des Begegnungszentrums für behinderte Menschen entstehen und einschließlich eines Brunnens ca. 40.000 EUR kosten. Frau Klink, Frau Theisinger und Frau Hanowski reisten für eine Woche nach Baila, um dieses Projekt mit dem einheimischen Behindertenverein und mit der Bevölkerung zu diskutieren. Sie besuchten und fotografierten behinderte Kinder in ihren Familien in fünf Dörfern und stellten dort ihren Plan vor, der mit Begeisterung aufgenommen wurde, da eine derartige Einrichtung in der Region noch nicht existiert.

Die beiden Artikel der Reporterin Sabine Klink mit den Fotos der Fotografin Bettina Theisinger erschienen am 30.10.2019 und am 06.11.2019 in der Zeitschrift „tina“.

Nachdem die Artikel der tina-Reporterin Sabine Klink am 30.10. und am 06.11.19 in der Zeitschrift tina vom Bauer Verlag erschienen sind, haben wir eine große Spendenbereitschaft der Leser erlebt. Insgesamt sind bis heute 50 000 EUR gespendet worden. Ein toller Erfolg.

Von diesen Spenden wurde der so dringend notwendige Brunnen gebohrt und mit einer Solarpumpe versehen. Noch Anfang des Jahres 2020 wurde der Bau des tinahauses der Hoffnung begonnen und inzwischen fertiggestellt. Auch ein Küchengebäude und eine kleine Krankenstation für das Zentrum für behinderte Menschen wurden an das tinahaus angebaut und eingerichtet.

Drei Reportagen in der Zeitschrift tina und viel Mundpropaganda haben es in dieser schwierigen Coronazeit möglich gemacht, dass wir durch Spenden- und Patengelder das Internat tinahaus der Hoffnung fertigstellen und einrichten konnten.

Im Mai 2021 sind die 10 behinderten Kinder, die 2019 vorgestellt wurden und für die Paten gespendet haben ( bis auf Lazar, da seine Mutter es nicht mehr wollte), ins tinahaus der Hoffnung eingezogen. Es wurden auch noch drei blinde und zwei gehörlose Kinder aufgenommen. Alle Kinder haben sich inzwischen gut eingelebt. Dies verdanken wir auch einer Crew aus Lehrern (für Blinde und Gehörlose), Erziehern für das tinahaus, Köchin, Pfleger für die Krankenstation, Gärtner und Hausmeister. Der Leiter des Zentrums für behinderte Menschen ist Labaly Goudiaby, seine rechte Hand ist Abasse Goudiaby.

Inzwischen leben im tinahaus 20 Kinder. Der Bedarf an Plätzen im tinahaus ist riesig. Täglich stehen Eltern vor der Tür, die ihr Kind abgeben wollen. Unser tinahaus ist das einzige Internat für behinderte Kinder in der Casamance.

Die Kinder sind unter der Woche im Internat, besuchen Kindergarten und Schulen in Baila und werden am Wochenende in ihre Dörfer zurückgebracht. Ab September können ältere Kinder auch mit einer Ausbildung in unserem angrenzenden Handwerkszentrum beginnen. Blindenschrift, Gebärdensprache und besondere Hilfen bekommen sie im großen Haus für behinderte Menschen.

Inzwischen wurde das ganze Gelände mit einem Zaun eingezäunt. Jedes Kind hat am Zaun einen kleinen Baum gepflanzt, den es selbst betreut und bewässert. Vorgesehen ist, nach der Regenzeit einen Gemüse- und Obstgarten anzulegen und eine kleine Geflügelzucht aufzubauen. Das spart Kosten für Einkäufe auf dem Markt und erweitert den Speiseplan. Hierfür wurde eine Tiefkühltruhe angeschafft.

Um die Kinder am Sonntag in ihren umliegenden Dörfern abzuholen und am Freitag wieder nachhause zu bringen, wurde ein Motorradgefährt (s.unten) angeschafft. Auch unter der Woche müssen die Kinder, die nicht selbst gehen können, in die verschiedenen Schulen transportiert werden.

Die Kinderhilfe Senegal e.V. muss für alle Kosten aufkommen. Der Staat Senegal beteiligt sich leider (noch) nicht. Die Versorgung der Kinder und das Personal müssen bezahlt werden. Wir sind weiterhin auf die großzügige Unterstützung unserer Spender und Paten angewiesen. 

Jede Spende und jeder Pate/in für unser Haus für behinderte Menschen und das tinahaus der Hoffnung bringt uns dem Ziel näher, ein einzigartiges Zentrum für Menschen mit Handicap zu schaffen, das es so in der ganzen Casamance noch nicht gibt.